Pablo Casals
Pionier des Cellospiels
Casals wird als
bedeutendster Interpret des Violoncellos und einer der herausragenden Instrumentalisten
überhaupt in diesem Jahrhundert angesehen. Es ist vor allem das Verdienst
von Casals, daß das Violoncello als vollwertiges Soloinstrument anerkannt
wurde. Was ihn und seine Musik so außergewöhnlich machten, waren
seine Musikalität und technische Perfektion, die er auch als Dirigent
und Komponist unter Beweis stellte. Zu den Höhepunkten seiner langen,
einzigartigen Karriere zählte der Auftritt vor Königin Viktoria
1899 ebenso wie das Konzert, welches er 1961 für John F. Kennedy gab.
Casals war eine
in jeder Hinsicht außergewöhnliche Persönlichkeit. Er wandte
sich gegen Diktatoren jedweder politischen Couleur und nahm hierfür
auch persönliche Konsequenzen in Kauf. So verließ er Spanien
unter der Diktatur Francos und begab sich ins Exil nach Prades in den französischen
Pyrenäen. Später übersiedelte er nach Puerto Rico.
Sein künstlerischer
Stellenwert wurde in zahlreichen Publikationen gewürdigt. So schrieb
etwa das BBC Music Magazin: "Pablo
Casals revolutionierte in technischer wie in musikalischer Hinsicht die
Kunst des Cellospiels."
BBC Music
Magazin, Oktober 1995).
Sein"ursprüngliches,
erdverbundenes Gespür für Rhythmus, das er auf seine Herkunft
aus einem katalonischen Dorf zurückführte"
(Musik-Brockhaus), prägte
seine Musik. Neben einem immensen Repertoire der romantischen Literatur
machte sich Casals besonders um die Aufnahme von Bachs 6 Cellosuiten in
die Konzertprogramme verdient.
Seine Stationen:
1876:
Pablo Casals wird am 29. Dezember in Vendrell (Katalonien) geboren. In
seiner Jugend nimmt er Cello-Unterricht bei José Garcia in Barcelona.
Königin Maria Christina den Besuch des Konservatoriums in Madrid ermöglichte.
Dort besucht er die Kammermusikklasse von Jesus Monasterio.
1895-1898:
Solovioloncellist der Pariser Opera
1897: Lehrer
am Konservatorium in Barcelona. Gründung eines Streichquartetts mit
dem belgischen Violinisten Mathieu Crickboom.
1905:
Gründung eines Trios mit A. Cortot und J. Thibaud
1919:
Casals gründet in Barcelona das Orquesta Pau Casals
1939: Nach
dem Ende des spanischen Bürgerkrieges lebt Casals in Prades (Département
Pyrenees-Orientales, Südfrankreich) und gründet die dortigen
Festspiele.
1956: Casals
läßt sich auf Puerto Rico nieder und gründet bedeutende
musikalische Einrichtungen und Veranstaltungen:
1957: Festspiele
von San Juan
1959: Sinfonieorchester
Puerto Rico
1960: Konservatorium
von Puerto Rico
1967:
Abschiedskonzert bei den Musikfestspielen von San Salvador.
1970:
Casals dirgiert 1970 ein eigenes Werk anläßlich eines zu seinen
Ehren veranstalteten Konzertes in New York, an dem 100 Violoncellisten
teilnehmen.
22.10.1973:
Pablo Casals stirbt in San Juan, Puerto Rico.
(Ausschnitt
aus dem Sony Classical Katalog) |